Von allen Figuren, die je in meinem Hirn herumspukten, ist er vielleicht die verworrenste, dunkelste Kreation. Wie ich auf den Namen „Alexius“ gekommen bin, kann ich gar nicht mehr so genau nachvollziehen – ich weiß nur, wie ich ihn schon damals in Schulbänke eingeritzt habe. Ich kann mich auch nicht erinnern, jemals ein anderes Pseudonym verwendet zu haben. Seitdem ich denken kann, war das Schreiben schon immer ein fester Bestandteil von meinem Leben. Von den kindlich-naiven Kojotenstories (die nur so lustig waren, weil meine Rechtschreibung noch nicht so ausgefeilt war – und ja – ich höre meine Mutter immer noch darüber lachen); bis zu ganzen gefüllten A5-Heftchen mit Titeln wie „Shark – Die Gefahr aus dem Wasser“ oder „Der Rattenmensch kehrt zurück“ (der es bis zur Buchpräsentation auf dem Gymnasium geschafft hat) – hinter allem stand ein Name: Alexius.

Wann immer es galt, den inneren Schweinehund zu überwinden und in die Tasten zu hauen, um etwas zu dichten oder mit der Geschichte, an welcher ich auch immer gerade saß, voranzukommen, war er gefordert. Um mein ganzes Potential zu entfalten, was für diese Geschichte hier unbedingt nötig sein wird, muss(te) das „Dichterische Ich“, der Autor in mir – Alexius – erst entfesselt werden.

„Alexius“ ist und bleibt ein untrennbarer Teil von mir, dessen Vorbilder, denen er nacheifern möchte, so namhafte Persönlichkeiten wie Novalis – der sich nachts zu seiner verstorbenen, viel jüngeren Geliebten flüchtete – oder Frank Wedekind, der seinen eigenen Tod voraussah, sind.

„Kräfte walten Tag und Nacht;
Und in dessen Anbetracht
Werde ich in meinem Leben
Nie daran denken aufzugeben.“

(Alexius)

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